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«Du weisst nicht, was in dir steckt, wenn du es nicht probierst»

Künstlerin Silvia lebt nach dem Motto: Ich lebe nach einem Motto: «Es gibt keine Grenzen – ausser dir selbst.»

Silvia Olesen (38) ist malerisch talentiert – ihre Kreativität steckt an. Die Zürcherin findet es wichtig, dass man sich nicht mit anderen vergleicht, sondern eigenes Talent entfaltet. In der Natur findet Silvia nicht nur ihr Gleichgewicht, sondern auch Inspirationen für Landschaftsbilder.

Silvia, du bist seit 2019 als ArtNight Künstlerin tätig. Seit wann malst du?
Ich male seit ich denken kann. Mein Vater hatte früher Agendas mit 365 leeren Blättern, die ich immer komplett vollmalte. Dabei dachte ich mir Geschichten aus, die ich lieber malerisch als schriftlich zu Papier brachte. Für meine Eltern sahen alle Männchen gleich aus – sie bemerkten nicht, welch dramatischen Eifersuchtsszenen sich auf dem Papier abspielten. Mein Talent war nicht offensichtlich… (lacht).

Die Malerei hat dich dennoch weiterbegleitet. Wie bist du zu ArtNight gelangt?
Ich habe Kunst nie beruflich verfolgt, jedoch regelmässig an geführten Malkursen teilgenommen. Am liebsten male ich Naturbilder mit Acrylfarben. Ich hätte mir nicht zugetraut, ArtNight-Künstlerin zu werden. An einer ArtNight sprach mich Saskia (Mitgründerin von ArtNight Schweiz) darauf an. Mein Kunstwerk gefiel ihr und sie meinte, dass ich gut zu ArtNight passen würde.

Was hat sich verändert, seit du regelmässig vor Leuten malst?
Ich habe wahnsinnig viel gelernt und Selbstvertrauen gewonnen. Es ist wie beim Schwimmen: selbst wenn wir keine Olympiateilnehmer sind, geniessen wir es, im See zu planschen und Runden zu drehen. So sollte das auch beim Malen sein. Ich habe gemerkt, wie wichtig es im Leben ist, dem Kreativen Zeit zu geben – meine Leidenschaft wurde wiederentfacht.

Wie hilfst du Teilnehmenden, die lange nicht mehr gemalt haben, Hemmungen zu überwinden?
Hemmungen verstehe ich sehr gut. Nur selten bin ich nach Vollendung eines Kunstwerkes mit jedem Detail zufrieden. Oft benötigt es Distanz und Zeit, um ein Werk wirken zu lassen. Bei ArtNight Teilnehmenden achte ich darauf, die Malschritte möglichst genau zu erklären. Wenn Gäste nicht zufrieden mit ihrem Kunstwerk sind, lasse ich es sie aus Entfernung betrachten. Durch die neue Perspektive finden es die meisten schön. Es gibt unglaublich kreative Menschen: viele trauen sich die Malerei jedoch nicht zu und versuchen es schon gar nicht. Ich bin überzeugt: Du weisst nicht was in dir steckt, wenn du es nicht ausprobierst.

Du bist ArtNight Künstlerin in Zürich. Was macht die Stadt für dich besonders?
Ich finde Zürich faszinierend, weil die Stadt so vielfältig ist. Sie ruht nie, man kann so viel erleben! Trotzdem gibt es Ruheoasen mitten im hektischen Geschehen.

Wie bindest du Kreativität in deinen Alltag ein?
Ich lasse mich von unterschiedlichsten Dingen inspirieren und motivieren. Als ich beispielsweise in den Ferien in Graubünden war, habe ich die Natur, diese traumhaft schönen Landschaften in mich aufgenommen und festgehalten. Zuhause habe ich die Eindrücke anschliessend malerisch festgehalten. Es ist tut so gut, Situationen durch Erinnerungen aufleben zu lassen.

Was macht dich als Künstlerin einzigartig?
Ich lebe nach einem Motto, welches mir meine Mutter vorgelebt hat: «Es gibt keine Grenzen – ausser dir selbst.» Ohne viel Geld oder eine Ausbildung kannst du dich kreativ ausleben, dich am Resultat erfreuen. Weder beim Gestalten noch beim Malen gibt es Grenzen. Malen ist ein emotionaler Prozess. Deine Werke anzunehmen bedeutet, dich selbst anzunehmen.

Hast du ein Lieblingszitat?
Ein Zitat von Friedrich Nietzsche spricht mir besonders aus dem Herzen: «Wir sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat». Ich selbst bin sehr gerne im Grünen und geniesse die Gegenwart.

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